Mehr als nur: Winke-Boomerangs?!

  Nov. 2019

Immer noch groß im Kommen: Stories. Vor allem auf Instagram. Also warum – zur Hölle – springen uns dann eigentlich in der vielleicht kreativsten Platzierung der beliebten Plattform immer noch geboomerangte Winke-Attacken an? Es ist an der Zeit, die Stories als das zu nutzen, was sie sind: Stories. Storytelling. Geschichten.

Back to the basics: Der Inhalt

Content is king, ohne Inhalte kein Erfolg. Aber was bedeutet es „Inhalte“ aufzubauen und wie baut man diesen auf? 

Inhalt ist ein schwerer Begriff, weil dahinter so ziemlich alles stecken kann. Doch der springende Punkt ist zu verstehen, was Inhalt bedeutet: „Die Geschichte“. Geschichten sind die älteste Erzählform, und sind wir ma ehrlich -  wir alle hören gerne Geschichten! Beim Treffen mit der besten Freundin, in der Bahn, wenn das Pärchen gegenüber glaubt, niemand hört ihnen zu und vor allem im Internet. Sobald wir mit bekannten Menschen aufeinandertreffen, fangen wir an, uns Geschichten zu erzählen. Was haben wir erlebt oder „hast du gehört, was XY passiert ist?“ 

Okay, alles klar Geschichten, aber wo will der Boy jetzt mit seinem Text hin? Das alles – ist Storytelling. Die Konsequenz daraus? Ein Inhalt, den wir produzieren, muss etwas beim Konsumenten auslösen, zum Nachdenken anregen oder ihm einem Mehrwert bieten.

An der Stelle folgt die große Frage nach dem „wie“. Das gute dabei? Geschichten folgen meist einem klassischen Raster und man kann mit einfachen Fragen, die man sich stellt, bevor man eine Geschichte produzieren möchte, schnell ans Ziel kommen. 

  • Warum möchte ich die Geschichte erzählen? 
  • Was ist die Kernbotschaft, die rüberkommen soll?
  • Was ist der Mehrwert, der sich der User mitnehmen kann und soll?

Wenn man es schafft, diese Fragen zu beantworten und die Geschichte noch immer leicht zu konsumieren ist, ist es vollbracht: Die Geschichte – bzw. deine Story ist jetzt mehr. Mehr als eine hohle Aneinanderreihung von Bildern.

Instagram, Facebook, YouTube oder die interne Weihnachtsfeier: der passende Kanal

Sobald der Grundaufbau steht, stellt sich jedoch direkt die nächste entscheidende Frage: Passt die Geschichte zu dem Kanal, auf dem ich sie ausspielen will? Klar, snackable ist sie nach unseren Anforderungen oben schon mal. Aber passt sie auch in die Kanalausrichtung? Unterstützt sie aktiv die Erreichung meiner Kanalziele? Wenn das alles passt und sie jetzt noch authentisch gefüllt mit Persönlichkeit und den Unternehmenswerten ist, kann sie eigentlich nur noch funktionieren. 

#niemalsverstellen #angreifbarmachen: Um eine wirklich gute Geschichte zu erzählen, muss man etwas von sich preisgeben. Zum Beispiel Ängste und Sorgen, aber auch Hoffnungen oder private Erlebnisse können das auslösen. So bieten wir dem User ein ganz neues Bild und er kann sich emotional mit der Geschichte identifizieren. 

#dasherzberühren:  Um emotionale Reaktionen beim User auszulösen – denn emotionale Erlebnisse bleiben im Gedächtnis. Ob lachen, weinen, schreien– ist alles egal! Wichtig ist nur, dass die Geschichte mitreißt, denn Emotionen verbinden. So fühlen wir uns als Menschen durch gemeinsame Gefühle auch mit fremden trotzdem für einen kurzen Moment verbunden.

#verstandansprechen: Es ist ein weitverbreiteter Irrtum, dass eine Story nur dazu da ist, die User zu bespaßen. Eine gute Geschichte regt immer auch zum Denken an, sie bietet neue Informationen und Inspiration.

Im Umkehrschluss bedeutet es, dass wir die Emotionalität und die Bedürfnisse unsere User verstehen müssen, um echte Geschichten nicht nur zu erzählen, sondern damit Menschen auch wirklich zu erreichen.  


Geschichten in unter 15 Sekunden

Aber wie erzählen wir jetzt eben solche emotionalen und mit Werten und Informationen aufgeladenen Geschichten in Slides von unter 15 Sekunden, die so sehr begeistern, dass sie im Idealfall weitererzählt werden? 

Ganz ehrlich: das ist schon eine kleine Kunst – die den feinen Unterschied machen kann. Deshalb ist es wichtig, statt auf inhaltlose Elemente (aka Winke Boomerangs) zu setzen, bereits vorab zu überlegen, welche Geschichte man stattdessen mit der Community teilen kann – und diese auf ihre elementaren Szenen beschränkt. Wir müssen uns von der Vorstellung verabschieden, dass es 5 Szenen braucht, um zu zeigen, dass der Protagonist die Location wechselt. Denn: auf Instagram erzählt man schneller.

Bei der Konzeption eigener Geschichten hilft der Ansatz des klassischen Storytellings:

#wissenweitergeben
#erfahrungenteilen
#werteundnormenvermitteln

Der Grundpfeiler ist so alt wie die Geschichte an sich: die Dramaturgie. Selbst bei stark variierendem Inhalt – verfolgt die Erzählgeschichte immer gleichbleibenden Mustern oder Regeln. Aber hinter der Dramaturgie steckt noch mehr: Als Kompositionsprinzip erzeugt sie einen Spannungsbogen, damit die User aufmerksam und aktiv bleiben.

#5klassischeElemente

  • Ausgangssituation
  • Hauptfigur
  • Konflikte und Hindernisse, die die Hauptfigur überwinden muss 
  • Die Entwicklung (z.B. Klassischer Vorher-Nachher Vergleich)
  • Höhepunkt und / oder Fazit (Die Moral von der Geschichte)

Auf diesen Grundelementen müssen wir unsere Geschichten aufbauen. Auch wenn der ein oder andere sagt: „Das ist mir zu klassisch!“, sind dies trotzdem die Grundelemente moderner Geschichten. Und um diese nun in die Moderne zu transferieren, hilft nur noch eins: Bei den besten abschauen. Fynn Kliemann, Malte Zierden oder das Leben des Brian bauen ihre Geschichten genauso auf. Mit dem Element „Cutstory“ gehen sie sogar noch einen Schritt weiter und erfinden die neue Art der Erzählform in Instagram Stories, doch die Grundpfeiler bleiben auch hier dieselben: Inhalte mit einer Geschichte, die mich anregen etwas zu empfinden, mich bewegen und mich teilhaben lassen. #contentistking #micdrop 

 

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